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    © 2015 Dr. Graumann-Brunt

Eingangstür geschlossen Dr. Sigrid Graumann-Brunt


10. Bewusste und nicht bewusste Gedächtnisinhalte




Eingangstür geöffnet

Bewusste und nicht bewusste Gedächtnisinhalte

© Dr.Sigrid Graumann-Brunt

Welche Arten des nicht bewussten (=nondeclarativen) Gedächtnisses/Lernens gibt es? Es wird zwischen drei Gruppen unterschieden: Es gibt die Fertigkeiten (=skill), assoziatives Lernen und die Konditionierungen. Was Fertigkeiten sind, weiß jeder, assoziatives Lernen ist ene, mene, zu vervollständigen und Konditionierungen sind seit dem Pawlowschen Hund allgemein bekannt. Wenn wir an einer vollkommen unbelebten Straße nach links/ rechts schauen, ist es auch auf eine Konditionierung zurückzuführen.

Kann man nicht bewusst erworbene Gedächtnisinhalte willkürlich hervorholen? Nein, das kann man nicht. Nicht bewusst Gelerntes kommt „von selbst“ wieder „hervor“; meistens ist es nützlich, aber nicht immer. Diese Gedächtnisarten sind außerdem unflexibel, Konditionierung am meisten (schwer reversibel).

Unterscheiden sich die nondeclarativen Gedächtnisspeicherungen voneinander? Auf jeden Fall, denn zum Lernen von Fertigkeiten gehört z.B. Versuch und Irrtum, beim assoziativen Lernen (Priming/Prägung) spielt die Umgebung eine große Rolle und Konditionierungen laufen oft unbemerkt ab.

Welche Arten des bewussten (=declarativen, expliziten) Gedächtnisses/Lernens gibt es? Es gibt das „episodische Gedächtnis“ (umfasst die ureigensten persönlichen Erinnerungen an gefühlsbetonte Erlebnisse, [nicht „Events“]) und das „semantische Gedächtnis“ (umfasst alles Wissen und alle Kenntnisse, die wir uns erwerben)

      Abbildung: Sternschnuppen
Sternschnuppen Franz von Stuck aus Quartett Nr.5143 V. von Jos. Scholz, Mainz

Warum ist das episodische Gedächtnis so wichtig? Es ist deswegen so wichtig, weil Wissen und Kenntnisse daran „befestigt“ werden (vielleicht in etwa vergleichbar mit Bienenwaben, die in den Bienenkorb gehängt werden). Das bedeutet, ohne persönliche Erlebnisse keine Wissensannahme. Es gibt einen oft zitierten Fall einer Person, die das persönliche Gedächtnis, nicht aber ihr Wissen verloren hat. Es fällt ihr sehr schwer, neues Wissen zu erwerben.

Was ist mit dem Kurz-, Mittel- und Langzeitgedächtnis? Das sind andere Kategorien. Es sind keine Gedächtnisarten, sondern die „Stadien“, in deren Verlauf die Gedächtnisinhalte fixiert werden. Interessant sind diese Stadien für Maßnahmen, die das bewusste Lernen verbessern. Sehr wichtig ist, dass man eine ganze Weile (z.B. 1 Stunde) nach dem Lernen noch bei Bewusstsein sein muss, damit sich die Spuren festigen.

Achtung, Achtung: Bei vegetativer Instabilität (schwankender Puls und schwankendes Sauerstoffniveau) muss man mit Verlust der eben mühsam erarbeiteten Gedächtnisinhalte rechnen (vgl. hierzu die retrograde Amnesie nach Unfällen). In einem solchen Fall ist es wie bei „Mensch ärgere Dich nicht“: Zurück ins Häuschen, neu anfangen.

      Abbildung: Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiel

Wann endet die Einordnung declarativer Gedächtnisinhalte? Eigentlich gar nicht. Es dauert zunächst eine ganze Weile, bis die Inhalte gänzlich integriert und auch perfekt hervorzuholen sind. Bei jedem neu hinzukommenden Gedächtnisinhalt muss jedoch die gesamte Struktur erneut ausgerichtet werden (immer wieder eine „kopernikanische Wende“ = neue Sichtweise der Dinge).

Mehr dazu steht im Heft 6. Gedächtnis und Reste nicht ausreichend integrierter frühkindlicher Reflexreaktionen, weitere Literatur auf Nachfrage (per e-Mail).

Den Text zum Thema bewusste und nicht bewusste Gedächtnisinhalte als pdf-Dokument und zum Drucken finden Sie hier: Klicken Sie dazu in das Quadrat: